Pressemitteilungen

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Pressemitteilungen der documenta und Museum Fridericianum gGmbH sowie Pressematerialien zum Download.
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Johanna Köhler
Leitung Kommunikation und Marketing
presse@documenta.de
+49 561 70727-2520

8 August 2019

Presseeinladung: Launch der Virtuellen Ausstellung
„Wie viel Bauhaus steckt in der documenta? Eine Spurensuche“
Donnerstag, 15.8.2019, 18:30 Uhr


Liebe Medienvertreter/innen,
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Liebe Medienvertreter/innen,

zum Launch der Virtuellen Ausstellung „Wie viel Bauhaus steckt in der documenta? Eine Spurensuche“ laden wir Sie sehr herzlich ein.


Donnerstag, 15.8.2019, 18:30 Uhr Fridericianum, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel


Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der Sie als Medienvertreter/innen herzlich willkommen sind.


Über Ihre Voranmeldung an presse@documenta.de freuen wir uns.


Ablauf

Grußwort: Eva Claudia Scholtz, Hessische Kulturstiftung

Einführung: Dr. Birgit Jooss, Direktorin des documenta archivs und Kuratorin

Inhaltliche Vorstellung im Kurzgespräch mit Verena Bornmann, Laura Diermann, Martin Groh, Harald Kimpel und Andrea Linnenkohl

Diskussion

ab 20 Uhr Gespräche und Umtrunk


Zur Virtuellen Ausstellung

„Wie viel Bauhaus steckt in der documenta? Eine Spurensuche“

Die erste Virtuelle Ausstellung des documenta archivs geht der Frage nach, auf welche Weise sich Bauhaus-Konzepte in die documenta Idee eingeschrieben haben. Sie ist ab 15.8.2019 unter www.documenta-bauhaus.de online. Die Spurensuche verfolgt in einer kunsthistorischen Herangehensweise, inwieweit die ersten vier documenta Ausstellungen auf das Bauhaus Bezug genommen haben oder von ihm beeinflusst wurden. Betrachtet werden die wichtigsten Akteure,   die involvierten Institutionen, die ausgestellten Werke, das Kunstverständnis sowie das visuelle Erscheinungsbild der documenta. Neben einer anschaulichen Bebilderung werden zahlreiche effektvolle Features, Querverweise und Hintergrundinformationen die Narrative bereichern. Mit fast 300 Werken waren siebzehn Bauhausmeister und -schüler auf den ersten documenta Ausstellungen vertreten. Auch das visuelle Erscheinungsbild der documenta weist in den ersten Jahrzehnten Parallelen zur Bauhausgrafik auf. Die Virtuelle Ausstellung dokumentiert diese Bezüge und stellt in kurzweiligen Stories und Close-ups involvierte Personen, Institutionen und Kunstwerke vor. Die verantwortliche Kuratorin, Dr. Birgit Jooss, Direktorin des documenta archivs, betont: „Wir verstehen unsere erste Virtuelle Ausstellung als eine kuratierte Präsentation im Internet, die von einem relevanten Thema ausgeht, formal konsequent in genau diesem Medium umgesetzt und in sich abgeschlossen ist. Wichtig ist es uns dabei, nicht nur die Menschen vor Ort, sondern alle Menschen weltweit erreichen zu können.“ Gefördert wurde das Vorhaben großzügig von der Hessischen Kulturstiftung. Die Geschäftsführerin Eva Claudia Scholtz betont: „Dank einer interdisziplinären Kooperation rund um das documenta archiv in Kassel gewinnen wir einen Eindruck von der ambivalenten Bedeutung des Bauhauses als historischem Horizont für die ersten documenta Ausstellungen. Ich freue mich, dass in seinem Jubiläumsjahr die Beziehungen der großen Kasseler Kunstschau zum Bauhaus und seinen Künstlern kritisch gewürdigt werden.“


Die Narrative der Virtuellen Ausstellung
Die Virtuelle Ausstellung präsentiert insgesamt neun längere Stories und vierzehn kürzere Close-ups


Stories

Arnold Bodes erster Plan zur documenta: Kunst über Länder- und Gattungsgrenzen hinweg

Bauhaus-Künstler auf der ersten documenta, 1955

b + d – Ein Vergleich des Erscheinungsbildes

Bauhaus-Künstler auf der zweiten documenta, 1959

Erfahrungen und Grundsätze des Bauhauses für die neue Kasseler Werkakademie der Nachkriegszeit

Kassel in den 1920er-Jahren – Kontakte zum Bauhaus

Angewandte Kunst und Design – Die ersten drei documenta Ausstellungen und ihr Bezug zu Bauhaus-Ideen

Arnold Bodes Kontakte im Berlin der frühen 1930er-Jahre

Bauhaus-Künstler auf der dritten documenta, 1964


Close-ups
Werner Haftmann, die graue Eminenz der documenta

„Ein Pantheon von überlegenen Männern“: Bauhaus-Künstler in Fotoportraits

„Quintessenz“ des Neuen Bauens: Bauhaus-Architekturen in Fotoportraits

Ludwig Grote und seine Bauhaus-Ausstellung in München 1950 – ein Vorbild?

Fritz Winter – vom Bauhaus zur documenta

Hans Soeder und die Reformierung der Kasseler Kunstakademie der 1920er-Jahre

Die göppinger galerie in Frankfurt

Arnold Bode als Gestalter

Die Tapetenfabrik Rasch – eine Zusammenarbeit mit dem Bauhaus und Arnold Bode

Das städtische Werklehrer-Seminar in Berlin

Die Krolloper in Berlin – Verbindungen nach Kassel und Dessau (1927–1933)

„Müssen deutsche Formgeber grimmig sein?“ – Der Fall Wagenfeld

Primärfarben und -formen beim Bauhaus

Brian Jungens „Dog Run“ auf der documenta 13

28 Mai 2019

Fridericianum startet Ausstellungsprogramm mit Lucas Arruda und Ron Nagle


Ausstellungen
Lucas Arruda Deserto-Modelo
Ron Nagle Euphoric Recall
6. Juni bis 8. September 2019
Eröffnung: Mittwoch, 5. Juni 2019, um 19 Uhr (BBQ ab 18 Uhr)Mehr


Ausstellungen
Lucas Arruda Deserto-Modelo
Ron Nagle Euphoric Recall
6. Juni bis 8. September 2019
Eröffnung: Mittwoch, 5. Juni 2019, um 19 Uhr (BBQ ab 18 Uhr)


Pressevorbesichtigung: Dienstag, 4. Juni 2019, 11.30 Uhr
Fridericianum, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel


Es sprechen:
Begrüßung: Dr. Sabine Schormann, Generaldirektorin documenta und Museum Fridericianum gGmbH
Einführung: Moritz Wesseler, Direktor Fridericianum
Rundgang durch die Ausstellungen mit Moritz Wesseler


Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Um Anmeldung wird gebeten unter press@fridericianum.org


Zu den Ausstellungen:


Die Ausstellungen Deserto-Modelo von Lucas Arruda und Euphoric Recall von Ron Nagle markieren den Programmbeginn des neuen Fridericianum-Direktors Moritz Wesseler.


Mit Lucas Arruda und Ron Nagle werden zwei Künstler vorgestellt, die für sehr unterschiedliche Aspekte der gegenwärtigen Kunstproduktion stehen und sich zugleich in verschiedenen Phasen innerhalb der Entwicklung ihrer künstlerisch-gedanklichen Sprache befinden. Während Arruda als Maler arbeitet, aus Südamerika stammt und mit Mitte dreißig bereits ein bemerkenswert klares Werk formuliert hat, das aktuell am Beginn der internationalen Wahrnehmung steht, betätigt sich Nagle als Plastiker, hat seine Wurzeln in Nordamerika und kann mit einem sechs Jahrzehnte umspannenden und konsistenten Werk als Meister seines Metiers angesehen werden. Dabei ist beiden Künstlern die leidenschaftlich-obsessive Konzentration auf ihre Themenfelder und Werkbereiche gemein, die die Basis für die Singularität ihres Schaffens bildet.


Auf die Präsentationen von Arruda und Nagle folgen im Oktober 2019 eine umfangreiche Werkschau der 1986 geborenen, mit zeitbasierten Medien und Skulptur arbeitenden Künstlerin Rachel Rose sowie im Februar 2020 die seit über dreißig Jahren größte europäische Ausstellung über das Schaffen des 1977 verstorbenen Malers Forrest Bess. Somit rückt Moritz Wesseler im Rahmen seiner Programmatik für das Fridericianum zum einen Künstlerinnen und Künstler in den Fokus, denen in Deutschland institutionell bislang noch keine Plattform geboten wurde, und bietet zum anderen die Möglichkeit, historische Positionen wiederzuentdecken, die lange Zeit keine Sichtbarkeit hatten, obwohl sie für die aktuellen Diskurse eine große Relevanz aufweisen.


Lucas Arruda Deserto-Modelo
Unter dem Titel Deserto-Modelo präsentiert das Fridericianum die erste größere institutionelle Einzelausstellung des 1983 in São Paulo geborenen Künstlers Lucas Arruda. Sein Schaffen umfasst Gemälde, Grafiken, Lichtinstallationen, Diaprojektionen und Filme. Es reflektiert die hingebungsvolle und intensive Auseinandersetzung mit einem breiten Themenspektrum, das vom konzeptuellen Rahmenwerk der Gattung Malerei bis hin zu den existenzialistischen Bedingungen des Lebens reicht. Besonderes Augenmerk legt Arruda auf die Darstellung von Landschaften und Seestücken, wobei er in seinen Werken nie auf konkrete Orte Bezug nimmt. Es geht ihm vielmehr um das Festhalten der imaginären Bilder, die durch Gedanken und Erinnerungen an sie hervorgerufen werden, sowie um die Erforschung der damit verbundenen Lichtverhältnisse, Atmosphären und Emotionen. Dabei sind viele seiner Arbeiten von einer derartigen Abstraktion geprägt, dass der Landschaftsbezug lediglich durch die unterschiedlich präsenten Horizontlinien suggeriert wird.


Unabhängig vom Grad ihrer Lesbarkeit bewirken seine visuellen Formulierungen einen Moment der Entschleunigung und Konzentration, der in den immer schneller werdenden Zeiten überrascht und mit eindringlicher, aber stiller Kraft auch die Frage aufwirft, welchen Rhythmen das Leben in einer globalisierten Welt folgt.


Ron Nagle Euphoric Recall
Seit mehr als sechs Jahrzehnten fertigt Ron Nagle Werke, die sich dadurch charakterisieren lassen, dass sie eine maximale Höhe von 20 cm aufweisen. Trotz ihrer geringen Größe haben die u. a. aus Keramik, Kunststoff, Glasurmitteln und Autolack gefertigten Arbeiten eine Präsenz und Wirkung, die beeindruckender kaum sein könnte. Sie begründet die einmalige Stellung von Nagles Schaffen innerhalb der Gattung Skulptur und ist das Resultat eines Zusammenspiels von ungewöhnlichen Formen, mannigfaltigen Farben und taktilen Oberflächen. So treffen organisch anmutende Volumina auf architektonische Elemente, stehen sich hell-leuchtende und dezent zurückgenommene Farben gegenüber und kontrastieren porös-raue und hochglänzende Oberflächen. Die Werke sind nicht nur ungemein frisch, gefühlvoll und raffiniert, sondern ebenso mysteriös und bisweilen surreal. Zudem verleiht Nagle seinen Arbeiten weitere Bedeutungsebenen, indem er ihnen ausgeklügelte Titel zuschreibt, die zumeist von Wortwitz und Humor durchdrungen sind.


Die Ausstellung von Nagle im Fridericianum ist die erste Einzelpräsentation des 1939 in San Francisco geborenen Künstlers in Deutschland. Anlässlich der Schau, die in Kooperation mit der Wiener Secession realisiert wird, erscheint ein Künstlerbuch.

18 April 2019

Sabine Schormann, Generaldirektorin documenta und Museum Fridericianum gGmbH zur Wiederaufstellung des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ von Olu Oguibe

Dr. Sabine Schormann: „Ich bedauere sehr, dass ich heute nicht vor Ort in Kassel sein kann. Mir bedeutet es viel, dass dieses wichtige documenta 14 Kunstwerk nun dauerhaft zurück in Kassels Mitte ist. Dass der Wiederaufbau am Standort Treppenstraße möglich wurde, ist nicht zuletzt den Kasseler Bürgern zu verdanken, die sich für den Erhalt eingesetzt haben. Ihnen gilt mein großes Dankeschön genauso wie allen Verantwortlichen und dem Künstler, Olu Oguibe. Die Stadtgesellschaft ist nun eingeladen, den Obelisken bei einem Bürgerfest an seinem neuen Standort zu begrüßen. Dazu lädt die Treppe 4 am Samstag den 11. Mai 2019.“Mehr

Dr. Sabine Schormann: „Ich bedauere sehr, dass ich heute nicht vor Ort in Kassel sein kann. Mir bedeutet es viel, dass dieses wichtige documenta 14 Kunstwerk nun dauerhaft zurück in Kassels Mitte ist. Dass der Wiederaufbau am Standort Treppenstraße möglich wurde, ist nicht zuletzt den Kasseler Bürgern zu verdanken, die sich für den Erhalt eingesetzt haben. Ihnen gilt mein großes Dankeschön genauso wie allen Verantwortlichen und dem Künstler, Olu Oguibe. Die Stadtgesellschaft ist nun eingeladen, den Obelisken bei einem Bürgerfest an seinem neuen Standort zu begrüßen. Dazu lädt die Treppe 4 am Samstag den 11. Mai 2019.“

22 Februar 2019

ruangrupa übernimmt Künstlerische Leitung der documenta 15. Erstmals kuratiert ein Künstler*innenkollektiv die Weltkunstausstellung

ruangrupa, ein im Kern zehnköpfiges Kollektiv aus Künstler*innen und Kreativen aus dem indonesischen Jakarta wurde von der internationalen Findungskommission einstimmig zur Künstlerischen Leitung der documenta 15 ausgewählt und vom Aufsichtsrat berufen. Dies gab die Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Dr. Sabine Schormann, am heutigen Freitag in Kassel bekannt. Die documenta wird in ihrer fünfzehnten Ausgabe damit erstmals von einem Künstler*innenkollektiv ausgerichtet. Sie findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt.Mehr

ruangrupa, ein im Kern zehnköpfiges Kollektiv aus Künstler*innen und Kreativen aus dem indonesischen Jakarta wurde von der internationalen Findungskommission einstimmig zur Künstlerischen Leitung der documenta 15 ausgewählt und vom Aufsichtsrat berufen. Dies gab die Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Dr. Sabine Schormann, am heutigen Freitag in Kassel bekannt. Die documenta wird in ihrer fünfzehnten Ausgabe damit erstmals von einem Künstler*innenkollektiv ausgerichtet. Sie findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt.

Für die achtköpfige Findungskommission begründeten Elvira Dyangani Ose (Direktorin von The Showroom, London) und Philippe Pirotte (Rektor der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, und Direktor Portikus, Frankfurt am Main) die einstimmige Wahl wie folgt: „Wir ernennen ruangrupa, weil sie nachweislich in der Lage sind, vielfältige Zielgruppen – auch solche, die über ein reines Kunstpublikum hinausgehen – anzusprechen und lokales Engagement und Beteiligung herauszufordern. Ihr kuratorischer Ansatz fußt auf ein internationales Netzwerk von lokalen Community-basierten Kunstorganisationen. Wir sind gespannt, wie ruangrupa ein konkretes Projekt für und aus Kassel heraus entwickeln wird. In einer Zeit, in der innovative Kraft insbesondere von unabhängigen, gemeinschaftlich agierenden Organisationen ausgeht, erscheint es folgerichtig, diesem kollektiven Ansatz mit der documenta eine Plattform zu bieten.“ ruangrupa kann aus dem Indonesischen mit „Raum der Kunst“, oder auch „Raum-Form“ übersetzt werden. Ein Spannungsfeld, indem sich der zentrale kuratorische Ansatz des Kollektivs bereits andeutet. Farid Rakun und Ade Darmawan, die ruangrupa heute in Kassel vertraten, formulieren ihren dezidiert partizipativen kuratorischen Anspruch für die Weltkunstausstellung 2022: „Wir wollen eine global ausgerichtete, kooperative und interdisziplinäre Kunst- und Kulturplattform schaffen, die über die 100 Tage der documenta 15 hinaus wirksam bleibt. Unser kuratorischer Ansatz zielt auf ein anders geartetes, gemeinschaftlich ausgerichtetes Modell der Ressourcennutzung – ökonomisch, aber auch im Hinblick auf Ideen, Wissen, Programme und Innovationen. Wenn die documenta 1955 antrat, um Wunden des Krieges zu heilen, warum sollten wir nicht versuchen, mit der documenta 15 das Augenmerk auf heutige Verletzungen zu richten. Insbesondere solche, die ihren Ausgang im Kolonialismus, im Kapitalismus oder in patriarchalen Strukturen haben. Diesen möchten wir partnerschaftliche Modelle gegenüberstellen, die eine andere Sicht auf die Weltermöglichen.“ 


Das Kollektiv gründete sich im Jahr 2000 in Jakarta, Indonesien. ruangrupa betreibt einen Kunstraum in South Jakarta und realisiert Ausstellungen, Festivals, Publikationen und Rundfunkformate. Das Kollektiv war an vielen Kooperations- und Ausstellungsprojekten beteiligt, darunter an Ausstellungen wie der Gwangju Biennale (2002 und 2018), der Istanbul Biennale (2005), der Asia Pacific Triennial of Contemporary Art (Brisbane, 2012), der Singapore Biennale (2011), der São Paulo Biennale (2014), der Aichi Triennale (Nagoya, 2016) und Cosmopolis im Centre Pompidou (Paris, 2017). Im Jahr 2016 kuratierte ruangrupa TRANSaction: Sonsbeek 2016 in Arnheim, Niederlande. Im Jahr 2018 gründeten die Akteure GUDSKUL, ein Bildungs- und Vernetzungsprojekt für Kreative, das auf kooperativer Arbeit basiert. Bei der documenta 14 war ruangrupa mit ihrem Internetradio als Partner des dezentralen Radioprojekts Every Time a Ear di Soun beteiligt, das vom 8. April bis zum 17. September 2017 acht Radiosender weltweit vernetzte. ruangrupa ist einen gemeinnützige Organisation. Mindestens ein Mitglied der Organisation wird für die Vorbereitung der documenta 15 seinen Lebensmittelpunkt nach Kassel verlegen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der documenta und Museum Fridericianum gGmbH Oberbürgermeister Christian Geselle begrüßt die Wahl der Findungskommission: „Für ruangrupa ist das Prinzip des Netzwerkens zentral. Von Kassel ausgehend werden interdisziplinäre künstlerische Interventionen initiiert: sie lassen die documenta Stadt international sichtbar werden und holen gleichermaßen die (Kunst-) Welt nach Kassel. Unsere Stadt kann dabei nur gewinnen. Nun freue ich mich, dass die documenta auf solch spannende Weise den Blick in die Zukunft richtet.“

Die Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn betont: „Ich freue mich schon heute darauf, dass in drei Jahren mit der documenta 15 in Kassel wieder die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst stattfinden wird. Das Land Hessen ist stolz darauf, diese Plattform für die Diskussion um Positionen der Kultur von heute und Perspektiven für die Zukunft zu ermöglichen. Mit dem Ausbau des documenta archivs zu einem unabhängigen Forschungsinstitut werden wir die zeitgenössische Kunst in Kassel weiter stärken. Ich beglückwünsche die Findungskommission, die das indonesische Künstlerkollektiv ‚ruangrupa‘ für die künstlerische Leitung der nächsten documenta vorgeschlagen hat und freue mich, dass der Aufsichtsrat diesem Vorschlag gefolgt ist. Die documenta gibt damit bewusst den außereuropäischen Blick auf die Kunstwelt Raum und bringt auf ganz neue Art die Welt nach Hessen. Ruangrupa nutzt Kunst in ihrer Heimat, um öffentliche Angelegenheiten und Probleme zum Thema zu machen. Ich bin gespannt, wie sie diese Idee in die documenta 15 einfließen lassen.“

Hortensia Völckers, Leiterin der Kulturstiftung des Bundes blickt gespannt auf die weitere Entwicklung des Konzeptes: „Als Kulturstiftung des Bundes haben wir uns sehr über den erfolgreichen Verlauf des Findungsprozesses für die Künstlerische Leitung der documenta 15 gefreut und beglückwünschen alle Beteiligten zu einem Ergebnis, das eine interessante und anregende documenta erwarten lässt. Wir freuen uns, Teil dieses Prozesses zu sein und unsere Expertise für ein so renommiertes Ausstellungsprojekt einzubringen.“

Sabine Schormann würdigt den großen Einsatz aller Mitglieder der Internationalen Findungskommission: „Mein Dank gilt der Internationalen Findungskommission für einen engagierten und intensiven Auswahlprozess, der mit der Präsentation von ruangrupa als Künstlerischer Leitung ein starkes Signal für eine lebendige und nachhaltig wirkende documenta 15 sendet. Nun freue mich darauf zu erleben, wie die partizipativen Ansätze im Prozess konkretisiert werden.“ 
 Die Findungskommission der documenta 15 setzt sich aus folgenden Expert*innen zusammen: Ute Meta Bauer, Ute Meta Bauer, Gründungsdirektorin des NTU Centre for Contemporary Art Singapore, Charles Esche, Direktor Van Abbemuseum Eindhoven, Niederlande; Amar Kanwar, Künstler, Dokumentarfilmer, Neu-Delhi, Indien; Frances Morris, Direktorin Tate Modern London, Großbritannien; Gabi Ngcobo, Kuratorin 10. Berlin Biennale 2018, Deutschland (Südafrika); Elvira Dyangani Ose, Direktorin The Showroom London, England; Philippe Pirotte, Rektor Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule Frankfurt/M., Deutschland (Belgien); Jochen Volz Direktor Pinacoteca do Estado de São Paulo, Brasilien

Bildmaterial zum Download finden Sie hier.

Die Pressekonferenz in voller Länge sehen Sie hier

16 Januar 2019

"Bauhaus | documenta. Vision und Marke", 24.5.–8.9.2019, Neue Galerie, Kassel

Die Ausstellung „Bauhaus | documenta. Vision und Marke“ reflektiert erstmals die beiden Institutionen Bauhaus und documenta im Vergleich. Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum 2019 bietet den Anlass, die Entwicklung beider zu Kulturmarken gewordenen Institutionen zu betrachten und damit zugleich kritisch zu hinterfragen: Wo bleiben sich die Marken treu als Verpflichtung zu Innovation und Fortschritt, wo sind sie Teil einer interessensgeleiteten Vereinnahmung? So bietet die Ausstellung zugleich den Blick auf die Rolle und Funktion, die Kunst und Kultur in einer Gesellschaft heute einnehmen können.

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Die Ausstellung „Bauhaus | documenta. Vision und Marke“ reflektiert erstmals die beiden Institutionen Bauhaus und documenta im Vergleich. Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum 2019 bietet den Anlass, die Entwicklung beider zu Kulturmarken gewordenen Institutionen zu betrachten und damit zugleich kritisch zu hinterfragen: Wo bleiben sich die Marken treu als Verpflichtung zu Innovation und Fortschritt, wo sind sie Teil einer interessensgeleiteten Vereinnahmung? So bietet die Ausstellung zugleich den Blick auf die Rolle und Funktion, die Kunst und Kultur in einer Gesellschaft heute einnehmen können.

Anhand von Installationen, dokumentarischen Objekten, statistischem Material und einigen hochkarätigen Originalkunstwerken kreiert die Ausstellung einen Parcours über sieben Themenräume, der von der Entstehung und den ersten Visionen beider Kulturinstitutionen bis hin zur heutigen Rezeption reicht. Ausgestellte Künstler/innen sind u.a.: Marianne Brandt, Marcel Breuer, Bazon Brock, Hans Haacke, Wassily Kandinsky, Barbara Klemm, Aleksandr Ptuschko und Gilles Raynaldy.

Flankiert wird die Ausstellung von einer Virtuellen Ausstellung zum Thema „Wie viel Bauhaus steckt in der documenta? Eine Spurensuche“ sowie einer Publikation, die alle Projektbestandteile umfasst und zur Eröffnung der Ausstellung bei Spector Books erscheint. Zudem wird es ein hochkarätig besetztes Symposium in der Kunsthochschule Kassel (14.–15. Juni 2019) geben, das der Frage nachgeht: „Sind wir wirklich nie modern gewesen? Bauhaus und documenta in Wahlverwandtschaft“.

Zum theoretischen Diskurs Zwei Kultur-Marken und ihre Entwicklung. Die konzeptionellen Überlegungen zur Ausstellung und ihren InhaltenBauhaus und documenta sind zwei global erfolgreiche kulturelle Marken, die für ein weltoffenes, innovatives und modernes Deutschland stehen. Entstanden sind beide vor dem Hintergrund von Zivilisationsbrüchen – beide stehen exemplarisch für die Idee der emanzipativen Kraft von Kunst und Kultur, die das Leben des Einzelnen bereichern, das soziale Zusammenleben reflektieren und den gesellschaftlichen Fortschritt befördern. Während das Bauhaus der Krise der Industrialisierung und den Versehrungen des Ersten Weltkrieges durch angewandte Gestaltung von Dingen, Räumen und Gebäuden begegnen wollte, knüpfte die documenta an die romantische Idee der Auseinandersetzung mit der freien Kunst an, durch die die Menschen wieder zu verantwortlichen Bürgern werden sollten.

Während das Bauhaus neben wie auch als Ergebnis der künstlerischen Auseinandersetzung mit Produkten in die Zukunft unserer öffentlichen wie privaten Lebenswelten „eingreifen“ wollte und schnell sich selbst als Marke mit vielen Untermarken ausbildete, musste sich die documenta immer wieder aufs Neue und bis heute an ihrer Bedeutung als Marke – an der Schnittstelle zur Vermarktung und den Ansprüchen einer erfolgreichen eigenen „Wirtschaftlichkeit“ „abarbeiten“ und ihre eigene Autonomie schützen. Obschon beide in ihren unterschiedlichen Entwicklungen vielfältigem Wandel unterworfen waren und sind, haben sich ihre Ansprüche erhalten und prägen bis heute die Wahrnehmung und das Selbstverständnis beider Marken – in ihren Motiven, ihren Strategien und ihren Erfolgen.

Ein Projekt des documenta archivs und der Universität Kassel in Kooperation mit der Museumslandschaft Hessen Kassel

Projektleitung Birgit Jooss, Philipp Oswalt

Kuratoren der Ausstellung Philipp Oswalt, Daniel Tyradellis

Kuratorin der Virtuellen Ausstellung Birgit Jooss

Konzeption des Symposiums Heinz Bude

www.documenta-archiv.de/bauhaus-documenta

29 November 2018

Weichen für documenta 15 gestellt
Jahresabschluss documenta 14 festgestellt

In ihrer Sitzung am gestrigen Mittwoch, den 28. November 2018, haben die Gremien der documenta und Museum Fridericianum gGmbH zentrale Weichen für die Zukunft der documenta gestellt.Mehr

In ihrer Sitzung am gestrigen Mittwoch, den 28. November 2018, haben die Gremien der documenta und Museum Fridericianum gGmbH zentrale Weichen für die Zukunft der documenta gestellt.

Zum einen wurde der Wirtschaftsplan für das Jahr 2019 beschlossen, zum anderen die Eckwerte des 5-Jahresplans bis zum Jahr 2023 erörtert mit dem Ziel, die Planungen und die Umsetzung der documenta 15 abzusichern, die vom 18. Juni 2022 bis zum 25. September 2022 stattfinden wird.

Die Budgetplanung für die documenta 15 soll mit Blick auf künstlerische Erfordernisse sowie allgemeine Kostensteigerungen, höhere Anforderungen an Sicherheit, Nachhaltigkeit und Besucherservice eine angemessene Erhöhung vorsehen.

Im Vorfeld wurden in 2018 bereits erste Strukturveränderungen der documenta und Museum Fridericianum gGmbH initiiert, um eine kontinuierliche Qualität und Grundstruktur sicherzustellen, auf die die künftigen künstlerischen Teams aufsetzen können. Dazu gehört u. a. der Aufbau eines Controllings sowie die Einrichtung einer Stabsstelle Kommunikation und Marketing.

Mit der Feststellung des nun vorliegenden Jahresabschlusses 2017 übernehmen die Gesellschafter Land Hessen und Stadt Kassel je zur Hälfte außerdem die zunächst auf 5,4 Millionen Euro bezifferte Finanzierungslücke von nunmehr – nach Abschluss aller Prüfungen – 7,6 Mio. Euro der documenta 14, die u. a. aufgrund der Umsetzung der ausgewählten Konzeption einer documenta Ausstellung an zwei Standorten entstanden war.

„Jetzt können die konkreten Planungen für die documenta 15 beginnen“, freut sich Christian Geselle, Oberbürgermeister der Stadt Kassel und Vorsitzender des Aufsichts¬rats der documenta und Museum Fridericianum gGmbH. „Die Findungskommission ist mitten im Auswahlprozess, die ergänzte Mannschaft rund um die Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann ist seit November an Bord, auch der neue Leiter des Fridericianum, Moritz Wesseler, hat im November begonnen – alles in allem nimmt das Schiff also nach einer kurzen Phase zwischen rauer See und Flaute, wie sie in der Seefahrt vorkommt, wieder an Fahrt auf. Der Dank für diese positive Entwicklung geht an den Interims-Geschäftsführer Wolfgang Orthmayr und die Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann, die in den letzten Monaten intensiv Hand in Hand an diesen Themen gearbeitet haben.“

„Weitere debattenreiche Zeiten werden sicher folgen, das liegt quasi in der DNA einer der weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst“, so Boris Rhein, hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. „Die documenta erfindet sich jedes Mal neu, sie geht Risiken ein, künstlerisch und kuratorisch, und bezieht gesellschaftlich und politisch Stellung. Entsprechende Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht. Mit den Beschlüssen des Aufsichtsrats und den genannten Strukturveränderungen haben wir nun eine solide Grundlage für die Zukunft der documenta geschaffen.“

„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das der Aufsichtsrat und die Gesellschafter in die documenta und ihre Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung setzen, und werden mit dem hochmotivierten und kompetenten Team weiter intensiv an der Zukunft der documenta bauen“, so die Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Dr. Sabine Schormann.

31 Oktober 2018

Neue Stabsstelle Kommunikation:
Johanna Köhler verstärkt documenta und Museum Fridericianum Team in Kassel

Die documenta und Museum Fridericianum gGmbH etabliert zum 1. November 2018 eine Stabsstelle Kommunikation. Dadurch sollen Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und PR der Institutionen documenta, Museum Fridericianum und documenta Archiv gestärkt und gebündelt werden.Mehr

Die documenta und Museum Fridericianum gGmbH etabliert zum 1. November 2018 eine Stabsstelle Kommunikation. Dadurch sollen Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und PR der Institutionen documenta, Museum Fridericianum und documenta Archiv gestärkt und gebündelt werden.

„Ich freue mich, dass wir mit Johanna Köhler Erfahrung in der Neugestaltung der Kommunikation und Markenpositionierung im Kunst- und Museumsbereich gewinnen konnten“, sagt die neue Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann. So steuerte Köhler die Öffentlichkeitsarbeit und den Markenrelaunch der Bremer Museen Böttcherstraße, bevor sie 2015 die Leitung Marketing und PR des Museums Barberini in Potsdam übernahm, das 2017 unter großem öffentlichen Interesse eröffnete. Hier zeichnete sich Köhler u. a. verantwortlich für den Abteilungsaufbau, die Entwicklung der internationalen Pressearbeit, die Websiteerstellung und die Einführung der Social-Media-Kommunikation.

10 September 2018

Moritz Wesseler ab November 2018 neuer Direktor des Fridericianum in Kassel

Der Aufsichtsrat der documenta und Museum Fridericianum gGmbH hat Moritz Wesseler ab 1. November 2018 als neuen Direktor des Fridericianum in Kassel berufen. Dem Auswahlgremium gehörten an: Krist Gruijthuijsen, Direktor KW Institute for Contemporary Art, Berlin, Bettina Steinbrügge, Direktorin Hamburger Kunstverein, René Zechlin, Direktor Wilhelm-Hack- Museum Ludwigshafen, und Dr. Sabine Schormann, designierte Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH.

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Der Aufsichtsrat der documenta und Museum Fridericianum gGmbH hat Moritz Wesseler ab 1. November 2018 als neuen Direktor des Fridericianum in Kassel berufen. Dem Auswahlgremium gehörten an: Krist Gruijthuijsen, Direktor KW Institute for Contemporary Art, Berlin, Bettina Steinbrügge, Direktorin Hamburger Kunstverein, René Zechlin, Direktor Wilhelm-Hack- Museum Ludwigshafen, und Dr. Sabine Schormann, designierte Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH.

Der 37-jährige Kunsthistoriker und Kurator Moritz Wesseler arbeitete zuvor als Direktor des Kölnischen Kunstvereins, an dem er Ausstellungen mit internationalen Künstlern wie Pietro Roccasalva, Nathalie Djurberg & Hans Berg, Andra Ursuta, Annette Kelm, Darren Bader, Petrit Halilaj, João Maria Gusmão + Pedro Paiva, Ketuta Alexi-Meskhishvili, Stephen G. Rhodes, Uri Aran, Andro Wekua, Christiana Soulou, Avery Singer, Danny McDonald, Talia Chetrit, Adriano Costa, Cameron Jamie, Alex Da Corte und Walter Price realisierte. Parallel zur Ausrichtung dieser Präsentationen lag ein besonderer Schwerpunkt seiner Programmatik auf der Vermittlungsarbeit sowie auf der Öffnung des Kölnischen Kunstvereins in Richtung eines breiteren Publikums. So wurden in der Institution in regelmäßigem Turnus Vorträge, Gespräche, Konzerte und Performances ausgerichtet, während sie durch die Einführung der sog. Vereinsgabe, einer kostenlosen Editionsserie, die von den prominenten Künstlerinnen und Künstlern Rosemarie Trockel, Lawrence Weiner, Kai Althoff, Isa Genzken sowie Luc Tuymans gestaltet wurde, eine große Beitrittswelle erlebte. Moritz Wesseler ist Nachfolger von Susanne Pfeffer, die Anfang 2018 nach Frankfurt zum Museum für Moderne Kunst wechselte.

Christian Geselle, Oberbürgermeister der Stadt Kassel und Aufsichtsratsvorsitzender der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, begrüßt die Entscheidung: „Mit Moritz Wesseler haben wir einen vielversprechenden jungen Direktor gewinnen können, dessen Anliegen es ist, die große Tradition des Fridericianum als Ort der Begegnung und des Austausches mit zeitgenössischer Kunst in die Zukunft zu führen und das Haus auch mit regionalen wie überregionalen Akteuren zu vernetzen.“

Boris Rhein, Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, sieht mit dem neuen Direktor des Fridericianum eine große Chance, das Haus auch weiterhin als zentralen Ort für Gegenwartskunst zu positionieren und damit Anklang bei Besucherinnen und Besuchern zu erhalten: „Moritz Wesseler hat in Köln gezeigt, dass seine anspruchsvollen Ausstellungen auch Akzeptanz bei einem breiten Publikum finden. Wir sind überzeugt davon, dass er diesen Brückenschlag auch in Kassel fortsetzt.“

„Das Fridericianum ist ein herausragendes Ausstellungshaus und hat einen wichtigen Anteil daran, dass Kassel in der ganzen Welt bekannt ist. Ich freue mich darauf, in die documenta-Stadt zu ziehen und an die gute Tradition meiner Vorgängerinnen und Vorgänger anzuschließen,“ sagt Moritz Wesseler. „Dabei ist es mein Ziel, zentralen Akteuren der Gegenwartskunst eine Plattform zu bieten, die in Deutschland noch weitestgehend unbekannt sind. Zudem soll ein Augenmerk meiner Arbeit auf die weitere Einbindung der Institution in die Stadt bzw. in die Region gelegt werden.“

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Moritz Wesseler“, so Dr. Sabine Schormann, designierte Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH. „Unser gemeinsames Ziel ist es, das Fridericianum als lebendigen Ort der zeitgenössischen Kunst weiterzuführen“.

Über Moritz Wesseler

Moritz Wesseler, geboren 1980 in Bremerhaven, studierte Betriebswirtschaftslehre und Kunstgeschichte in Mainz und Paris. Bereits parallel zu seinem Studium begann er, mit Künstlern wie Cathy Wilkes, Martin Boyce, Ceal Floyer und Manfred Pernice Ausstellungen zu organisieren. Zudem gab er zeitgleich Künstlerbücher sowie Kataloge von Gregor Schneider, Luc Tuymans und Anri Sala heraus und begann mit dem Aufbau des Archivs des Kabinetts für aktuelle Kunst in Bremerhaven. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung arbeitete er an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, begleitete die Ausstellungsreihe Double am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main und konzipierte die Initiative Fürstenberg Zeitgenössisch in Donaueschingen und Heiligenberg, die u.a. ein Stipendiaten- und Wechselausstellungsprogramm umfasst. Neben seiner Tätigkeit als Kurator publiziert er regelmäßig Bücher und Texte zur Kunst des 20. Jahrhunderts sowie zur Gegenwart und beteiligt sich an nationalen sowie internationalen Fachjurys. Seit September 2017 ist er Kurator von Neue Kunst in Hamburg.

Über das Fridericianum

1779 eröffnete mit dem Museum Fridericianum der weltweit erste als öffentliches Museum konzipierte Bau. Im Sinne der Aufklärung erdacht und vom hugenottischen Architekten Simon Louis du Ry erbaut, durchlief das Fridericianum in der Folgezeit eine von Brüchen gezeichnete Geschichte und blieb Austragungsort von Historie.

Seit 1988 ist das Fridericianum ein zentraler Ort der Gegenwartskunst. Signifikante Positionen und Strömungen der Kunst wie gesellschaftlich relevante Fragestellungen werden hier aufgegriffen, präsentiert und verhandelt. Gezeigt werden Einzelausstellungen junger internationaler Künstler, die oft raumgreifende Aspekte betonen. Auch Retrospektiven gehören zum Programm. Inhaltlich stehen zeit- und gesellschaftskritische Stellungnahmen von Künstlern im Vordergrund. Screenings und Performances, Konferenzen und Symposien runden das Programm ab und zeigen das Spektrum aktueller Kunst und Diskurse auf.

13 Juli 2018

Findungskommission für documenta 15

Die Vorbereitungen für die documenta 15, die vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel stattfinden wird, gehen weiter voran: Die Findungskommission für die d 15 steht. Per Umlaufbeschluss, der aktuell den Mitgliedern des Aufsichtsrates der documenta und Museum Fridericianum gGmbH vorliegt, werden zur Auswahl der künstlerischen Leitung für die documenta 15 berufen:

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Die Vorbereitungen für die documenta 15, die vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel stattfinden wird, gehen weiter voran: Die Findungskommission für die d 15 steht. Per Umlaufbeschluss, der aktuell den Mitgliedern des Aufsichtsrates der documenta und Museum Fridericianum gGmbH vorliegt, werden zur Auswahl der künstlerischen Leitung für die documenta 15 berufen:

• Ute Meta Bauer, Gründungsdirektorin Centre for Contemporary Art, Singapur,
• Charles Esche, Direktor Van Abbemuseum Eindhoven, Niederlande
• Amar Kanwar, Künstler, Neu Delhi, Indien
• Frances Morris, Direktorin Tate Modern London, Großbritannien
• Gabi Ngcobo, Kuratorin 10. Berlin Biennale 2018, Südafrika
• Elvira Dyangani Ose, Kuratorin Creative Time, New York, USA (ab September 2018 Direktorin The Showroom, London, Großbritannien)
• Philippe Pirotte, Rektor Staatl. Hochschule für Bildende Künste – Städelschule Frankfurt/M., Deutschland (Belgien)
• Jochen Volz, Direktor Pinacoteca do Estado de São Paulo, Brasilien

Aufgabe der auf Vorschlag der designierten Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann besetzten Findungskommission wird es nun sein, bis Anfang 2019 eine künstlerische Leitung für die 15. Ausgabe der documenta zu benennen, die als weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst gilt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, zeigte sich erfreut, dass die documenta 15 nun Fahrt aufnehmen wird: „Die documenta ist als globales Forum der Gegenwartskunst unverzichtbar und als Vermächtnis Arnold Bodes gleichzeitig ein imageprägender Schatz für Kassel. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, für die Suche nach der künstlerischen Leitung der documenta 15 eine hochkarätig besetzte, internationale Findungskommission zu gewinnen. Noch dazu liegen wir voll im Zeitplan. Mein besonderer Dank gilt Dr. Sabine Schormann, die ganz maßgeblich die Berufung der Findungskommission vorbereitet hat, obwohl sie ihre Tätigkeit als Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH erst zum 1. November 2018 in Kassel aufnimmt.“

Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein schließt sich dem Dank an Frau Dr. Sabine Schormann an, schon vor Beginn ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin maßgeblich die Berufung der Findungskommission vorzubereiten. „Dass sich die documenta in Kassel als eine der bedeutendsten und international bekanntesten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst weltweit Anerkennung erworben hat, können wir mit Stolz feststellen. Für die Stadt Kassel und das Land Hessen ist dieser hohe Anspruch zugleich Verpflichtung, auch in Zukunft dafür Sorge zu tragen, dass eine solche ambitionierte Ausstellung gelingen kann, dass Voraussetzungen geschaffen werden, dass der von der Findungskommission ausgewählte künstlerische Leiter dieses auch realisieren kann. Dieser Anspruch ist aber auch Verpflichtung und Ansporn insbesondere für die zukünftige künstlerische Leitung. Die documenta ist ideal geeignet, um aus der Kenntnis der Geschichte mutig in die Zukunft zu blicken.“

„Die große Expertise, breite Vernetzung in den Kosmos der zeitgenössischen Kunst und die unterschiedlichen künstlerischen und kuratorischen Haltungen der Mitglieder stimmen mich zuversichtlich, dass es gelingen wird, bis Anfang nächsten Jahres eine überzeugende Kuratorenpersönlichkeit berufen zu können“, sagte Dr. Sabine Schormann. „Ich persönlich bin sehr gespannt, wohin die Reise gehen wird, und ob im Zentrum der d 15 eher Fragen der Teilhabe und Partizipation, der interkulturellen Vernetzung, der Performanz und des Diskurses, der digitalen Medien oder des Umgangs mit dem öffentlichen Raum stehen werden, um nur einige denkbare Ausrichtungen zu nennen.“

Kurzbiografien der Mitglieder der Findungskommission:

• Ute Meta Bauer
1958 in Stuttgart geboren. Seit 2013 ist Ute Meta Bauer als internationale Kuratorin, Professorin für zeitgenössische Kunst und Gründungsdirektorin des Centre for Contemporary Art (CCA) in Singapore tätig. Bauer studierte an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Zwischen 1990 und 1994 war sie Künstlerische Direktorin des Künstlerhauses Stuttgart. Seit 1985 arbeitet sie als selbstständige Kuratorin und hatte verschiedene Lehraufträge: Von 2005 bis 2012 als Associate Professor for Visual Arts am Massachusetts Institute of Technology (MIT), 2012 und 2013 als Dekanin der Fine Arts des Royal College of Art, London. Dazu war sie Professorin für Theorie und Praxis zeitgenössischer Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Sie war 2002 bis 2005 Gründungsdirektorin des Office for Contemporary Art, Norwegen, 2004 Künstlerische Direktorin der 3. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, 2005-2009 Direktorin des MIT Visual Arts Programme sowie 2009-2012 Gründungsdirektorin des Programms für Kunst, Kultur und Technologie (ACT). Als Co-Kuratorin war sie u.a. beim World Biennial Forum No. 1, Gwangju, Süd Korea, in 2012 oder für die documenta 11 tätig. Ute Meta Bauer ist Vorsitzende des Beirats für Bildende Kunst der Goethe–Institute und ist im wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Bauhaus Dessau, Deutschland.

• Charles Esche
1963 in England geboren. Er ist Museumsdirektor und Kunstkurator und lebt in Edinburgh und Eindhoven. Seit 2004 ist Esche Direktor des Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande. Zwischen 2000 und 2004 war er Direktor des Rooseum Center for Contemporary Art in Malmö, Schweden. Zuvor war er bei Tramway, Glasgow (1993 bis 1997) und gründete 1997 die proto-academy am Edinburgh College of Art. Im Jahr 2012 gründete Esche gemeinsam mit sechs anderen europäischen Museen die L'Internationale confederation als Europäische Institution der Moderne und der Zeitgenössischen Kunst. Er kuratierte zahlreiche internationale Biennalen. Esche ist Professor of Curating and Contemporary Art at the University of the Arts London und ist co-editorial director des Afterall Journals und Afterall Books mit Mark Lewis.

• Amar Kanwar
1964 in Neu-Delhi geboren, indischer Dokumentarfilmer und Künstler. Kanwar lebt und arbeitet in Neu-Delhi. Thematisch beschäftigt sich Kanwar mit der Gegenwart und Geschichte des indischen Subkontinents, insbesondere der Indisch-Pakistanischen Kriege. Er realisierte bisher mehr als 40 Videoinstallationen und Filme, die auf diversen Ausstellungen und in internationalen Museen gezeigt wurden, u.a. auf der Biennale of Sydney 2006, auf den documenta Ausstellungen 11, 12, 13 und 14, bei kw-Berlin, im Contemporary Museum, Baltimore, sowie im Stedelijik Museum, Amsterdam oder im Haus der Kunst in München Auszeichnungen erhielt Kanwar u.a. auf den Filmfestivals San Francisco, Mumbai und Turin und wurde 2005 von einer Stiftung des norwegischen Kulturministeriums mit dem Award for Contemporary Art geehrt.

• Frances Morris
1959 in London geboren, spielt Frances Morris eine Hauptrolle in der Entwicklung der Tate Galerien: Ab 1987 war sie Kuratorin, ab 2000 Head of Displays in der Tate Modern, von 2006-2016 Director of Collection, International Art, und seit 2016 Direktorin der Tate Modern in London. Morris kuratierte bahnbrechende Ausstellungen, insbesondere große Retrospektiven von Künstlerinnen, einige davon als breit angelegte internationale Kooperationen. Morris hat einen BA in Kunstgeschichte von der Cambridge Universität und einen MA in Kunstgeschichte vom Courtauld Institute of Art, London. Sie ist Mitglied des Gremiums der Fruitmarket Gallery, Edinburgh, Mitglied von CIMAM sowie Mitglied des Advisory Committee des Serralves Museum of Contemporary Art, Porto.

• Gabi Ngcobo
1974 in Südafrika geboren. Gabi Ngcobo ist eine in Johannesburg ansässige Künstlerin, unabhängige Kuratorin und Vermittlerin. Sie studierte am Center for Curatorial Studies, Bard College, New York, und ist seit 2011 Fakultätsmitglied an der Wits University School of Arts in Johannesburg. 2010 gründete Ngcobo das Center for Historical Reenactments in Johannesburg, dessen Direktorin sie derzeit auch ist. 2018 kuratierte sie die 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst.

• Elvira Dyangani Ose
1974 in Spanien geboren, seit 2017 Kuratorin bei Creative Time in New York. Ab September 2018 übernimmt sie die Leitung des Showroom in London. Dyangani Ose studierte Kunstgeschichte an der Universität Autònoma de Barcelona sowie Geschichte und Theorie der Architektur an der Universität Politècnica de Catalunya. Sie promovierte an der Cornell University in New York in Kunstgeschichte und Visual Studies. Von 2004 bis 2006 war Dyangasi Ose Kuratorin beim Centro Atlántico de Arte Moderno (CAAM) auf Gran Canaria, von 2006 bis 2008 im andalusischen Zentrum für zeitgenössische Kunst, dem CENTRO ANDALUZ DE ARTE CONTEMPORANEO, von 2009 bis 2010 arbeitete sie als Kuratorin für das Arte Invisible Programm, im Rahmen der ARCOmadrid. Zwischen 2011 und 2014 war sie als Kuratorin für internationale Kunst bei der Tate Modern in London tätig und dort u.a. auch für die Entwicklung der Bestände von Kunst aus Afrika und dessen Diaspora verantwortlich. Dyangasi Ose ist seit 2014 Dozentin an der Goldsmiths University of London für Visual Studies. 2015 kuratierte sie die achte Ausgabe der International Biennal for Contemporary Art (GIBCA) in Göteborg.

• Philippe Pirotte
1972 in Antwerpen, Belgien, geboren, lebt Philippe Pirotte in Frankfurt und arbeitet dort als Rektor an der staatlichen Hochschule für bildende Künste - Städelschule sowie als Direktor der Kunsthalle Portikus. Parallel ist er Außerordentlicher Hauptkurator an der University of California Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive. Zudem berät er die Kadist Art Foundation (Paris/San Francisco). 1999 war Pirotte einer der Mitbegründer des Contemporary Art Center Objectif Exhibitions in Antwerpen, Belgien, wo er bis 2005 auch als Künstlerischer Leiter tätig war. 2004-2013 war Pirotte Senior Advisor an der Rijksakademie for Visual Arts in Amsterdam, 2005-2011 Direktor der Kunsthalle Bern in der Schweiz. Als freischaffender Kurator war Pirotte u.a. für folgende Ausstellungsort als Co-Kurator und Organisator tätig: Museum für Moderne Kunst in Frankfurt (2014), Belgischer Pavillon auf der Venedig Biennale (2001), Weltkulturenmuseum Frankfurt (2015), TOP contemporary Art Space Shanghai, Shanghai Biennale, Contemporary Image Collective in Kairo und die Fundación Celarg in Caracas, Venezuela. Zudem war er beratender Programmdirektor beim Sifang Art Museum in Nanjing, kuratierte 2016 La Biennale de Montréal und war 2017 Mitglied des kuratorischen Teams der Jakarta Biennale. Philippe Pirotte hat zahlreiche Essays über zeitgenössische Kunst und Künstler verfasst.


• Jochen Volz
1971 in Braunschweig geboren. Er ist Kunsthistoriker und Ausstellungskurator. Mai 2017 wurde Volz zum Direktor der Pinacoteca do Estado de São Paulo, Brasilien, ernannt. Volz studierte von 1993 bis 1999 Kunstgeschichte, Kommunikationswissenschaften und Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Humboldt-Universität Berlin. Zwischen 2001 und 2004 war Volz Kurator an der Ausstellungshalle Portikus in Frankfurt am Main, von 2012 bis 2015 Head of Programmes an den Serpentine Galleries in London und 2016 Kurator der 32. Biennale von São Paulo. 2017 kuratierte Volz den brasilianischen Pavillon auf der 57. Biennale von Venedig.

25 April 2018

Mit neuer Stärke zur documenta 15

Nach spannungsreichen Monaten bricht die documenta und Museum Fridericianum gGmbH in eine vielversprechende Zukunft auf: Dr. Sabine Schormann, derzeit zuständig für zwei große Kulturstiftungen in Norddeutschland, wird als Generaldirektorin die Schlüsselposition der Geschäftsführung besetzen. Die Verträge wurden am gestrigen Dienstagabend unterzeichnet.Mehr

Nach spannungsreichen Monaten bricht die documenta und Museum Fridericianum gGmbH in eine vielversprechende Zukunft auf: Dr. Sabine Schormann, derzeit zuständig für zwei große Kulturstiftungen in Norddeutschland, wird als Generaldirektorin die Schlüsselposition der Geschäftsführung besetzen. Die Verträge wurden am gestrigen Dienstagabend unterzeichnet.

Wie Kassels Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der documenta, Christian Geselle, betont, habe man mit Dr. Schormann eine kompetente Persönlichkeit gefunden, um der documenta eine solide Basis und neue Perspektive zu geben. „Es ist an der Zeit, nach vorne zu blicken. Am 18. Juni 2022 werden wir die documenta 15 in Kassel eröffnen. Zu jeder Zeit war es mein Anliegen, dass Kassel und die Welt positiv, bestärkt und mit großer Vorfreude auf unsere künftigen Weltkunstausstellungen blicken können“, so Geselle.

Mit einer Interimsbesetzung der Geschäftsführung durch Wolfgang Orthmayr wurden die laufenden Geschäfte abgesichert. Er wird in enger Abstimmung mit Dr. Sabine Schormann bis zu ihrem Wechsel nach Kassel im Herbst dieses Jahres die Gesellschaft managen. Unterstützen ließ man sich bei der Suche von einer weltweit führenden Personalberatungsagentur.

„Ich bin hoch erfreut, mit Frau Dr. Schormann eine Führungsperson mit internationaler Expertise im Kunst- und Kulturmanagement zu gewinnen", sagt Oberbürgermeister Geselle und weist auf ihre berufliche Qualifikation hin. Sie tritt die Leitung der documenta und Museum Fridericianum gGmbH nach zuletzt 18 Jahren Erfahrung in der Doppelfunktion als Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH-Stiftung in Hannover an. Frau Dr. Schormann entwickelte und profilierte beide Stiftungen zu ihrer heutigen Bedeutung. Mit einer Fördersumme von jährlich ca. fünf Millionen Euro stärken die beiden Stiftungen das Kulturangebot des Landes Niedersachsen, insbesondere in den Bereichen Bildende Kunst, Museen, Musik, Literatur, Denkmalpflege und historische Wissenschaften.

Zuvor etablierte Sabine Schormann den bundesweiten Tag des offenen Denkmals für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Von 1996 bis 2000 hatte sie die Ausstellungsleitung für "Planet of Visions" und "Das 21. Jahrhundert" im Themenpark der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover inne.

Die Weiterentwicklung der weltweit bedeutendsten Kunstausstellung documenta wird von Schormanns fachlicher Kompetenz, insbesondere im Kunst- und Museumsbereich, ihren innovativen Ansätzen, der Expertise im Management anspruchsvoller Institutionen und Großveranstaltungen sowie ihrer langen Erfahrung im Umgang mit künstlerischer Qualität profitieren.

„Ich verstehe meine Rolle als 'Ermöglicherin', das heißt, ich möchte der Kunst mit der documenta weiterhin größtmögliche Entfaltung und öffentliche Wahrnehmung zusichern, ohne dabei selbst künstlerisch einzugreifen“, formuliert Schormann. Hierbei hat sie vollen Rückhalt und das Vertrauen der Gesellschafter Stadt Kassel und Land Hessen. Oberbürgermeister Geselle: „Jetzt haben wir die Chance, die documenta zeitgemäß aufzustellen und sie nachhaltig zu stärken.“ „Ich freue mich, dass wir mit Dr. Sabine Schormann eine ausgewiesene Kulturexpertin für diese zentrale Position gewinnen konnten. Diese Entscheidung ist ein weiterer wichtiger Baustein, mit dem wir dafür sorgen, dass die documenta 15 wie geplant 2022 stattfinden kann, weiterhin zur ersten Adresse und Anlaufstelle für Kunstfreunde aus aller Welt zählt und auch in Zukunft auf einem soliden Fundament steht“, sagt Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst sowie stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Boris Rhein. „Die documenta ist ein großer Glücksfall und Schatz für das Kulturland Hessen, den wir bewahren müssen.“

Eine der ersten Aufgaben Sabine Schormanns wird es sein, die Suche einer künstlerischen Leitung für die documenta 15 und für die Kunsthalle Fridericianum zu initiieren und zu begleiten. Als Stiftungsdirektorin, u.a. verantwortlich für die Niedersächsischen Musiktage und das Literaturfest Niedersachsen, ist sie von einer kooperativen, auf engen Austausch bedachten Zusammenarbeit der Gesamtleitung mit der kuratorischen Leitung überzeugt: „Ich bin mir der Erwartungen und der großen Verantwortung bewusst – und freue mich auf diese anspruchsvolle Aufgabe.“

Außerdem wird Frau Dr. Schormann den Prozess der Entwicklung des documenta-Instituts aktiv begleiten. Neben diesen Verantwortlichkeiten möchte Frau Dr. Schormann weitere Akzente in Kassel setzen - auch und gerade zwischen den Ausstellungsjahren, um die documenta, die als Plattform für globalen künstlerischen Austausch steht, auch in ihrer lokalen Verantwortung und Verankerung herauszustellen.