DOCUMENTA KASSEL 16/06-23/09 2007



Andreas Siekmann

Die Exklusive
Installation 2001/2007




*1961 in Hamm (DE), lebt in Berlin (DE)
Andreas Siekmann thematisiert in seinen Arbeiten die Ökonomisierung und Privatisierung des öffentlichen Stadtraumes. Mit Zeichnungen, Modellen, Videos und Arbeiten im Außenraum stellt er die herrschenden Machtverhältnisse kritisch und ironisch zur Schau. Er interessiert sich für die Auswirkungen des neoliberalen Paradigmenwechsels und der Globalisierung auf die gesellschaftlichen Felder. Siekmann ist außerdem als Kurator und Autor aktiv.

Der staatlichen Gewaltenteilung in Legislative, Judikative und Exekutive fügt Andreas Siekmann eine vierte hinzu, nennt sie „die Exklusive“ und meint damit die ausschließende Gewalt, die etwa MigrantInnen Staatsbürgerrechte verweigert. Um den Sockel des überlebensgroßen Denkmals von Friedrich II. hat er ein Karussell mit Ausschnitten aus der wirtschaftlichen und politischen Landschaft installiert, Die Exklusive. Zur Politik der ausgeschlossenen Vierten.

Als Protagonisten treten stellvertretend auf: der Landgraf Friedrich mit einbehaltenen Ausweisen, ein Chefsessel als Zeichen der Exekutive, ArbeiterInnen in chinesischen Sweatshops und auf Gemüseplantangen in Almeria, Präsidenten von Weltbank und IWF, ein Flüchtling mit Papieren und ein Grenzpolizist. Dante und Vergil aus der Göttlichen Komödie schweben über der Szenerie. Siekmann versteht seine Arbeit als Work-in-Progress und bezieht lokale Situationen ein: In Kassel kommen zu den für frühere Installationen konzipierten und produzierten Figuren sechseckige Formen über Ausländerrecht und lokale Abschiebeverfahren hinzu.