DOCUMENTA KASSEL 16/06-23/09 2007



Iñigo Manglano-Ovalle

Phantom Truck / The Radio
Installation 2007


© Katrin Schilling

*1961 in Madrid (ES), lebt in Chicago (US)
Manglano-Ovalle nutzt in seinen Arbeiten Bilder, Töne und skulpturale Elemente zur Analyse von Wahrnehmung und Repräsentation, insbesondere im Hinblick auf die Geschichte der Moderne und ihrer gesellschaftspolitischen Folgen. Dazu zählen der Einsatz moderner Technologien, Überwachungs- und Kontrollsysteme sowie die Verschiebung von Identität in der heutigen globalisierten Welt.

Die Arbeit Phantom Truck (2007) ist die Nachbildung eines originalgroßen mobilen Labors zur Herstellung biologischer Waffen - wie vom ehemalige US-Außenminister Colin Powell vor den Vereinten Nationen im Februar 2003 beschrieben. Einen Monat später wurde es als Rechtfertigung für die Invasion der USA in den Irak eingesetzt. Im April wurden zwei dieser unterirdisch versteckten Labors im Irak gefunden. Im September stand nachweislich fest, dass diese Labors nicht zur Waffenproduktion geeignet waren. Dieser Geschichte von Herstellung, Darstellung und letztendlich Fehldarstellung gibt Manglano-Ovalle eine aussagekräftige Allegorie für die Prozesse von Wahrheit und Wahrnehmung an die Hand. Der angrenzende Raum ist in rotes Licht getaucht. Wir sehen eine kleine schwarze Skulptur, die auf dem Boden liegt. Bei näherer Betrachtung stellt sich diese als ein Kurzwellenradioempfänger heraus, wenngleich formal in etwas reduzierter Version; gelegentlich ist das Rauschen von Funkwellen zu vernehmen.