
Lili Dujourie
Gyrus, Cecilia, Dolores
Skulpturen 2000-2001
© Lili Dujourie
*1941 in Roeselare (BE), lebt in Gent (BE)
Das Werk von Lili Dujourie umfasst frühe Videoarbeiten, Papiercollagen, Skulpturen und Installationen unterschiedlicher Phasen, die in einem Zustand kategorialer Uneindeutigkeit und Flüchtigkeit bleiben. Die Reflexion kunsthistorischer Modelle und Genres sowie literarischer und filmischer Gattungen ist, neben der emotionalen Verdichtung des Raums, ein wiederkehrendes Merkmal ihrer Arbeiten. Sie provoziert ein intellektuelles, sinnliches und poetisches Engagement der BetrachterInnen.
Die Wandskulpturen von Lili Dujourie sind aus dreifachem Draht gebogen: Mal fällt er leicht wie Geschenkband oder Papierstreifen, mal sieht die modellierte Skulptur aus wie eine Kreidezeichnung auf der Wand. Allen Arbeiten dieser Serie gibt sie Vornamen zum Titel. Die documenta 12 zeigt Gyrus (2000), Dolores (2001) und Cecilia (2001) – jede könnte ein Frauenkopf mit mal glattem langem, mal lockigem Haar sein. Mit dem Trompe-l’œil-Effekt spielt sie, um unsere Wahrnehmung herauszufordern und neue Betrachtungsweisen zu provozieren.