
Mary Kelly
Love Songs
Installation/Happening 2005/2007
© Mary Kelly
*1941 in Fort Dodge (US), lebt in Los Angeles (US)
In den 1970er Jahren beginnt Mary Kelly mit einer konzeptuellen Praxis, die persönliche und alltägliche Perspektiven zum politischen Gegenstand erhebt. Die mediale Vielfalt ihres Werks und die retrospektive Befragung früherer Arbeiten sowie die enge Verbindung zwischen theoretischer und künstlerischer Artikulation sind bis heute kennzeichnend für ihre Arbeit.
Mit Love Songs (2005) erkundet Kelly das Erbe der 1970er Jahre, nachdem die damaligen Bedürfnisse, die Wut und Angst nicht mehr virulent sind. Vergangene und gegenwärtige Darstellungen kommen in dem visuellen Remix klassischer Fotos zusammen. Kelly nutzt dafür ihre eigenen Archivbilder und lässt damalige Ereignisse wieder auferstehen. So stellen fünf jungen Frauen in Flashing Nipple Remix (Love Songs) einen ironischen Schnappschuss nach, der 1971 während der Demonstration gegen den Miss World-Wettbewerb in London entstand. Die Aufführung ist in drei hinterleuchteten Aufnahmen festgehalten.
Das Happening bei documenta 12 bringt diese Aufführung in einen weiteren Zusammenhang und berührt die Frage, welche Art von Selbst in der Choreographie einer Gruppe entsteht.