
John McCracken
Tantric
Malerei 1971
© John McCracken
*1934 in Berkeley (US), lebt in Santa Fé (US)
McCrackens Arbeiten zeichnen sich durch ein extrem verdichtetes Formenvokabular aus, das während seiner langjährigen Entwicklung zunehmend verfeinert wurde. Farbe und Oberfläche dienen dabei der Herstellung von perzeptiven Verschiebungen zwischen Materialität und Immaterialität, welche seine minimalistischen Skulpturen mit einer metaphysischen Aura ausstatten. In McCrackens detaillierten Mandala-Gemälden erfährt dieser Aspekt eine besondere Ausrichtung.
Die frühen Objekte John McCrackens gehen von Firmenlogos, wie etwa dem Chevron-Zeichen, aus. In den Skulpturen McCrackens geht es um die Wechselwirkungen zwischen Dingwelt und Gestaltung. Mit seinen Mandalas, die alle im Herbst nach dem „Sommer der Liebe“ entstanden sind, vergewissert sich McCracken der spirituellen Quelle künstlerischen Schaffens. Mandalas mit ihren zwei Symmetrieachsen sind Repräsentanten von Ganzheitsvorstellungen, Formen einer alten religiösen Praxis etwa im tibetanischen Buddhismus: des Malens als Meditation. Sie geben der entzauberten Welt ihren Zauber zurück.