DOCUMENTA KASSEL 16/06-23/09 2007



Andrei Monastyrski

Fountain
Installation 2005


© documenta 12

*1949 in Petsamo/Murmansk (RU), lebt in Moskau (RU)
Monastyrski ist Dichter, Schriftsteller, Theoretiker, Künstler und Protagonist des Moskauer Konzeptionalismus, dem Sammelbecken der inoffiziellen Kunstpraxis seit Mitte der 1960er Jahre. Er gründete 1976 die Gruppe Kollektive Aktionen, die bis heute mit alternativen Formen des ästhetischen Wahrnehmens und gemeinsamen Agierens experimentiert. Mit seinen neueren Objekten reagiert Monastyrski ironisch auf die postsowjetische Transformation.

Andrei Monastyrski hat alle 16 goldenen weiblichen Statuen von hinten fotografiert, die den prächtigen, monumentalen Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Hauptplatz der „Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft“ in Moskau zieren. Jede der Figuren repräsentiert eine der ehemaligen 16 Sowjetrepubliken. Die Fotografien hat Monastyrski auf robuste Holzstelen aufgezogen und zu einem stilisierten Brunnen arrangiert. Bei Fountain (2005) treffen sich die Blicke der Figuren jedoch in der Kreismitte – denn für die ehemals politische und wirtschaftliche Union gibt es keine gemeinsame Realität mehr.