DOCUMENTA KASSEL 16/06-23/09 2007

Would you like to participate in an artistic experience? - Eine Arbeit von Ricardo Basbaum für die documenta 12


Objekte verlassen die Fabrik - zehn weiß-blaue Stahlobjekte werden in einer langen Reihe aus der Maschinenhalle getragen, in einen Transporter und einen kunterbunten Schulbus geladen.


Verladen der Objekte durch die Auszubildenden
Roger M. Buergel und Ricardo Basbaum (rechts) *
Mit ihrem Stapellauf in einer Kasseler Lehrlingswerkstatt nahm die erste Arbeit für die documenta 12, die soziale Skulptur Would you like to participate in an artistic experience? des brasilianischen Künstlers Ricardo Basbaum ihren Anfang. Ab nun migrieren insgesamt zwanzig Stahlobjekte durch Haushalte und Treffpunkte auf drei Kontinenten, durch Städte wie Kassel, Ljubljana, Mexico City oder Dakar. Werden von Ihren temporären Besitzern verändert und verändern sich selbst. Sind „eine Zumutung, die nirgends hinpasst und deswegen eine Herauforderung“ wie Roger M. Buergel formuliert. Die Dokumentationen dieser Reise werden im Juni 2007 in einer Installation für die documenta 12 präsentiert.

Die Spielregeln von Would you like to participate in an artistic experience? sind denkbar einfach: Sie müssen nur zustimmen, für eine gewisse Zeit mit dem oben gezeigten Objekt Erfahrungen in Ihrer Umgebung zu machen. Es kann auf viele verschiedene Arten verwendet werden, und Sie können damit tun, was immer Sie möchten: Verwenden Sie es, ganz wie es Ihnen gefällt, so, wie es Ihnen entspricht. Sie sollen Ihre Erfahrungen so dokumentieren, wie es Ihnen richtig erscheint: durch Texte, Fotografien, Videos, Geräusche, andere Objekte etc.

Begutachtung der Objekte durch InteressentInnen
Begutachtung der Objekte durch InteressentInnen *
Der künstlerische Vorschlag steht am Anfang. Es handelt sich jedoch um eine trickreiche Geste, die die Teilnehmer dazu bringt, aktiv zu werden. Wie Basbaum formuliert: „Ich will die Beziehung des Künstlers zum Publikum umkehren, um etwas von den Menschen zu erfahren. Jetzt ist das Publikum der Sender und der Künstler der Empfänger“.
Jeder, der das Objekt für einen gewissen Zeitraum beherbergt, ist selbst verantwortlich, wie sie oder er damit umgeht, welche Erfahrungen als solche erkannt und wie diese aufgezeichnet werden. So wird das Zusammenleben mit dem Kunstobjekt unweigerlich Spuren hinterlassen, Unerwartetes oder Abenteuerliches auslösen. So entstehen verschiedene wechselseitige Beziehungen von Ich und Du, so realisiert sich kollektive Autorschaft.

Die Interaktionen mit der „leeren Kuchenform oder eine Badewanne mit einem Loch drin“ lassen einen sozialen Raum für Verhandlung und Verbindlichkeit entstehen, also Öffentlichkeit. Für Roger M. Buergel stellt diese Arbeit im öffentlichen Raum die aktuell avancierteste skulpturale Position dar.

Would you like to participate in an artistic experience? wurde 1994 initiiert und zirkulierte bereits durch mehrere Städte. Im Februar 2006 stellte Basbaum den lokalen ExpertInnen des documenta 12 Ausstellungsbeirates sein Konzept vor. Dies führte zu einem Austausch und einer starken Vermittlung der Arbeit in der Stadt Kassel. die documenta 12 versteht sich als Impulsgeber, der das vorhandene Aktivierungspotential in Gang setzen kann und will. Das Spiel geht los.

Weitere Informationen unter: www.nbp.pro.br

Präsentation im Kulturzentrum Schlachthof *



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* Kassel, 2006
Foto: Nils Klinger
© 2006 documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH



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